Pavel Durov und mehr als 100 Kinder: Was hinter seinen Samenspenden steckt

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Pavel Durov und mehr als 100 Kinder: Was hinter seinen Samenspenden steckt

Mehr als 100 biologische Kinder, ein DNA-Plan und ein Erbversprechen: Telegram-Gründer Pavel Durov hat seine Samenspenden zu einer internationalen Nachricht gemacht. Die Zahlen stammen von ihm selbst; unabhängig bestätigt sind sie in den verfügbaren Quellen nicht. Seine Geschichte beginnt mit einer Bitte unter Freunden und reicht bis zu einem namentlich beworbenen IVF-Angebot.

Gemaltes Porträt von Pavel Durov im schwarzen Pullover vor abstraktem blauem Hintergrund

Kurz erklärt

  • Pavel Durov machte seine Samenspenden 2024 öffentlich; die Angabe von mehr als 100 biologischen Kindern beruht auf seiner eigenen Darstellung.
  • Die angekündigte Erbregelung soll Kinder aus Samenspenden ebenso berücksichtigen wie seine anderen Kinder; ihre konkrete rechtliche Umsetzung ist öffentlich offen.
  • AltraVita bewirbt ein IVF-Angebot mit seinem Sperma. Die Klinikwerbung belegt weder die Zahl daraus entstandener Kinder noch eine Aufnahmegarantie.
  • Der bekannte Name beantwortet noch nicht, wie betroffene Kinder später Herkunftsinformationen erhalten oder Halbgeschwister finden können.

Wie Pavel Durov seine Samenspenden öffentlich machte

Am 29. Juli 2024 schrieb Telegram-Gründer Pavel Durov auf seinem eigenen Kanal, er habe erfahren, dass er mehr als 100 biologische Kinder habe. Nach seiner Schilderung begann alles etwa 15 Jahre zuvor: Ein Freund bat ihn wegen unerfüllten Kinderwunsches um eine Samenspende in einer Klinik. Auf deren Anregung spendete er anschließend auch für andere Familien. Durovs ursprünglicher Telegram-Beitrag

Nach seiner Darstellung hatten Paare in zwölf Ländern von den Spenden profitiert. Eingefrorenes Sperma sei noch verfügbar. Durov wollte mit seiner Offenlegung auch andere Männer zur Samenspende ermutigen. Er stellte die Spenden als Beitrag gegen unerfüllten Kinderwunsch dar und wollte das Thema weniger schambesetzt machen.

Der ungewöhnliche Teil ist weniger die einzelne Spende als der Schritt an die Öffentlichkeit. Durov rückte damit eine Geschichte ins Licht, die bis dahin vor allem die jeweiligen Familien und die Klinik betraf.

Wie viele Kinder hat Pavel Durov tatsächlich?

Eine unabhängig bestätigte Gesamtzahl lässt sich aus den hier verlinkten Quellen nicht ableiten. Im Juni 2025 sprach Durov gegenüber Le Point von sechs Kindern mit drei Partnerinnen und zusätzlich von mehr als 100 durch Samenspende gezeugten Kindern. Für die zweite Angabe berief er sich auf die Klinik. Interview bei Le Point

Im September 2025 wurde er im Podcast von Lex Fridman noch deutlicher: Er kenne die genaue Zahl seiner biologischen Kinder nicht. Damit bleibt auch eine scheinbar präzise Gesamtzahl wie 106 unsicher. Aus sechs Kindern und mehr als 100 weiteren wird keine exakt belegte Zählung. Podcast-Transkript, Abschnitt Children

Die Zahl beschreibt außerdem biologische Abstammung, nicht automatisch gelebte Vaterschaft. Im Podcast sprach Durov ausdrücklich auch von genetisch mit ihm verwandten Kindern, die er nie gesehen habe. Mehr als 100 Kinder bedeutet also nicht, dass er mehr als 100 Kinder großzieht.

Schwarz-Weiß-Foto von sechs Milchflaschen auf einer Fensterbank
Bei dieser Schlagzeile bekommt die Familienpackung eine neue Dimension. Ein Symbolbild mit Augenzwinkern.

Warum alte Spenden noch zu neuen Geburten führen können

Durov erklärte 2024, seine aktive Spendentätigkeit bereits Jahre zuvor beendet zu haben. Gleichzeitig verwies er auf weiterhin verfügbares eingefrorenes Sperma. Das passt zusammen: Zwischen der Abgabe einer Probe und ihrer Verwendung können Jahre liegen. Eine neue Nachricht über ein Kind oder ein Klinikangebot würde deshalb nicht automatisch bedeuten, dass Durov erneut gespendet hat.

Bei der Kryokonservierung wird Sperma für spätere Behandlungen eingefroren. Nach Darstellung der britischen Aufsichtsbehörde HFEA teilt man eine Probe normalerweise auf mehrere Behälter auf. Dadurch muss nicht alles gleichzeitig aufgetaut werden; Material aus einer Abgabe kann für verschiedene Behandlungen verfügbar bleiben. HFEA zur Kryokonservierung von Sperma

Für Durovs Fall bedeutet das: Die Zahl der Spendentermine, die Zahl der Behandlungen und die Zahl der geborenen Kinder sind drei verschiedene Größen. Die von ihm genannte Kinderzahl lässt sich weder auf eine bestimmte Zahl von Proben zurückrechnen noch als Prognose künftiger Geburten lesen.

Das Erbversprechen: Was Durov 2025 ankündigte

Das Le-Point-Interview erschien am 18. Juni 2025. Darin berichtete Durov von einem Testament, das alle seine Kinder gleich berücksichtigen solle. Zugriff auf sein Vermögen sollten sie erst nach Ablauf von 30 Jahren ab dem Gespräch erhalten. Durovs Aussagen zum Testament

Gemeint war dort also eine Frist ab dem Gespräch, nicht der 30. Geburtstag jedes Kindes. Ebenso bleibt es eine Ankündigung. Das Interview legt weder den vollständigen Testamentstext vor noch klärt es, wie ein Anspruch später nachgewiesen und in unterschiedlichen Ländern behandelt würde.

Bei Lex Fridman verband Durov seinen Plan mit der Bedingung, dass die Betroffenen ihre genetische Verwandtschaft mit ihm nachweisen könnten. Er stellte das als seinen Willen dar, sie nach seinem Tod am Nachlass zu beteiligen. Daraus lässt sich für ein einzelnes Kind noch keine verlässliche Auszahlungssumme ableiten. Durov über DNA-Nachweis und Nachlass

Seine Begründung für die lange Wartezeit ist persönlich: Die Kinder sollten selbstständig werden. Zu früh verfügbarer Reichtum könne nach seiner Auffassung den Antrieb nehmen, sich etwas Eigenes aufzubauen. Das erklärt seinen Plan, ist aber keine allgemeine Aussage darüber, was Kindern guttut. Durov über Vermögen und Selbstständigkeit

Warum sich daraus kein fester Erbanteil ausrechnen lässt

Es liegt nahe, eine geschätzte Milliardensumme durch die Zahl der Kinder zu teilen. Genau das führt hier aber in die Irre. Durov erklärte bei Le Point selbst, dass die Medienangaben zu seinem Vermögen vor allem auf einer theoretischen Bewertung von Telegram beruhten; dieses Geld liege nicht einfach auf einem Bankkonto. Durov zur Bewertung seines Vermögens

Dazu kommen eine unklare Gesamtzahl möglicher Nachkommen und unbekannte Bedingungen des Testaments. Ein konkreter Betrag pro Kind lässt sich daraus nicht seriös ableiten. Für Familien wäre ein solches Versprechen deshalb kein verlässliches finanzielles Fundament.

Was hinter dem IVF-Angebot mit seinem Sperma steckt

Zur Geschichte gehört auch ein konkretes Klinikangebot. Die Moskauer Klinik AltraVita wirbt auf ihrer Website mit einer kostenlosen IVF-Behandlung mit Durovs Sperma. Nach Angaben der Klinik soll er die entsprechenden Behandlungen finanzieren; die Zahl der Plätze sei begrenzt. Als Voraussetzungen nennt die Seite ein Höchstalter von 37 Jahren und die medizinische Eignung nach ärztlicher Untersuchung. Angebotsseite von AltraVita

Die Website belegt damit, dass die Klinik dieses Programm bewirbt. Sie bestätigt nicht unabhängig, wie viele Frauen tatsächlich behandelt wurden, wie viele Kinder daraus entstanden sind oder wie die Finanzierung im Einzelfall abgewickelt wird. Das Angebot ist außerdem keine Zusage, dass jede Interessentin aufgenommen wird.

Auch die auf der Klinikseite angezeigten allgemeinen Erfolgszahlen sind keine Ergebnisstatistik speziell für Durovs Programm. Für die Behauptung, aus diesem Angebot seien bereits 100 Kinder entstanden, fehlt dort ein entsprechender Nachweis. Die ältere Zahl aus seinen Spenden und das später beworbene Behandlungsangebot sollten deshalb getrennt betrachtet werden.

Den medizinischen Ablauf erklärt der Artikel über In-vitro-Fertilisation. Bei Durovs Fall ist vor allem bemerkenswert, dass aus einer früher anonymen Spende nun ein namentlich beworbenes Angebot wird. Die Bekanntheit des Spenders rückt dadurch mitten in eine medizinische Entscheidung.

Samenspende und IVF sind nicht dasselbe

In den Schlagzeilen klingt es manchmal, als gehe es lediglich um die Auswahl eines Spenders. Das AltraVita-Angebot betrifft jedoch ausdrücklich eine IVF-Behandlung. Eine Samenspende liefert dafür das genetische Material; IVF bezeichnet das medizinische Verfahren, bei dem Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet werden.

Typischerweise gehören dazu eine hormonelle Stimulation, die Entnahme von Eizellen, die Befruchtung im Labor und anschließend die Übertragung eines Embryos in die Gebärmutter. Der genaue Ablauf hängt vom Einzelfall ab, und eine Behandlung führt nicht zwangsläufig zu einer Schwangerschaft oder Geburt. HFEA zum Ablauf einer IVF

Wer über Durovs Angebot liest, sollte deshalb beides auseinanderhalten: die öffentlich bekannte Identität des Spenders und die persönliche medizinische Entscheidung für eine Behandlung. Auch eine angekündigte Kostenübernahme nimmt einer Interessentin weder die körperliche Belastung noch die Abwägung ihrer eigenen Chancen und Wünsche ab.

Wie aus einer Spende ein Angebot mit Promi-Namen wurde

Bei vielen Samenspenden erfahren Interessierte zunächst etwas über Gesundheit, persönliche Merkmale oder Beweggründe des Spenders. Hier steht schon vor diesen Fragen ein weltbekannter Name im Raum. Das verändert die Wahrnehmung: Aus einer medizinischen Möglichkeit wird zugleich eine Geschichte über Erfolg, Vermögen und die vermeintliche Chance auf eine außergewöhnliche Zukunft.

Dass diese Verbindung gezielt beworben wurde, beschrieb auch das Wall Street Journal im Dezember 2025. Der Bericht schildert die Werbung der Klinik auf Veranstaltungen und in sozialen Medien sowie einen Website-Auftritt mit Durovs Bild und Telegram-Logo. Bericht des Wall Street Journal

Das ist ein bemerkenswerter Wechsel: Die Spende, die Durov rückblickend als Hilfe für einen Freund beschreibt, wird nun mit seiner öffentlichen Bekanntheit vermarktet. Für die Leserinnen und Leser ist deshalb entscheidend, zwischen seiner persönlichen Motivation, der wirtschaftlichen Kommunikation einer Klinik und den Interessen der späteren Kinder zu unterscheiden.

Werden Intelligenz und Erfolg eines Spenders vererbt?

Der Gedanke liegt bei einem Tech-Unternehmer nahe: Wenn der Spender so erfolgreich ist, könnte das Kind doch besonders gute Voraussetzungen haben. Wissenschaftlich trägt diese Vorstellung als Versprechen nicht. Intelligenz ist ein komplexes Merkmal, das von vielen genetischen Faktoren und von der Umwelt beeinflusst wird. Dazu gehören unter anderem Bildungsangebote, Ernährung und die Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst. MedlinePlus Genetics zu Intelligenz und Vererbung

Ein bekannter Lebenslauf ist daher weder ein medizinischer Qualitätsnachweis noch ein Bauplan für die Persönlichkeit eines Kindes. Unternehmerischer Erfolg hängt zudem an Entscheidungen, Gelegenheiten und gesellschaftlichen Umständen, die sich nicht mit einer Samenspende weitergeben lassen. Zwei Kinder desselben biologischen Vaters können sich sehr unterschiedlich entwickeln.

Gerade bei Durov lohnt sich diese Unterscheidung, weil sein Image einen großen Teil der Aufmerksamkeit erklärt. Ein Kind hätte eine genetische Verbindung zu ihm. Daraus folgt jedoch keine Verpflichtung, ihm ähnlich zu werden, denselben Beruf zu wählen oder selbst außergewöhnlich erfolgreich sein zu müssen. Für Familien ist diese Offenheit wichtiger als eine berühmte Herkunft.

Warum diese Geschichte so viel Aufmerksamkeit bekam

Im Fall Durov treffen mehrere starke Erzählungen aufeinander: ein bekannter Tech-Unternehmer, eine außergewöhnlich hohe Kinderzahl, die Aussicht auf ein großes Erbe und eine Kinderwunschklinik, die mit seinem Namen wirbt. Jede dieser Zutaten wäre bereits eine Meldung; zusammen erklären sie die anhaltende Aufmerksamkeit.

Ein kleines, aufschlussreiches Detail folgte Ende 2025: Durov teilte auf Telegram eine Logo-Skizze für sein Spendenprogramm. Er griff das Thema damit selbst erneut auf und gab ihm einen erkennbaren Markenauftritt. Durovs Beitrag zur Logo-Skizze

Ein Kind kann Jahre später auf Interviews, Schlagzeilen und Erwartungen stoßen, die lange vor seiner eigenen Auseinandersetzung mit der Herkunft entstanden sind. Durovs Fall gewinnt seine Bedeutung gerade aus diesem Abstand zwischen der selbstbestimmten öffentlichen Erzählung des Spenders und der Privatsphäre der Kinder.

Sein DNA-Plan und die Frage nach Halbgeschwistern

In seinem Beitrag von 2024 kündigte Durov außerdem an, seine DNA zugänglich machen zu wollen, damit seine biologischen Kinder einander leichter finden könnten. Ob daraus inzwischen nutzbare genetische Daten oder ein geschütztes Kontaktverfahren entstanden sind, lässt sich anhand der verlinkten Quellen nicht feststellen. Durovs angekündigter DNA-Plan

Ein genetischer Treffer beantwortet ohnehin nur einen Teil der Fragen. Er kann auf Verwandtschaft hinweisen, erklärt aber nicht automatisch, ob Kontakt gewünscht ist oder wie unterschiedliche Familien mit dieser Information umgehen möchten. Das gilt auch dann, wenn der Spender selbst die Öffentlichkeit sucht.

Die britische Aufsichtsbehörde HFEA weist darauf hin, dass Heim-DNA-Tests auch über Verwandte zu unerwarteten Entdeckungen führen können. Gleichzeitig betont sie, dass Menschen nach Samenspende selbst entscheiden dürfen, ob sie mehr über ihre Herkunft erfahren oder Kontakt suchen möchten. HFEA zu DNA-Tests und Herkunftssuche

Für Durovs Fall heißt das: Eine öffentliche DNA-Idee wäre kein Ersatz für geschützte Informationswege und freiwillige Entscheidungen der Betroffenen. Mehr zu den Möglichkeiten und Grenzen findest du im Artikel über Heim-DNA-Tests und Herkunftssuche.

Auch die beiden Verwendungen von DNA in seiner Geschichte haben unterschiedliche Ziele. Sein Vorschlag von 2024 betrifft das Finden biologischer Verwandter. Seine späteren Aussagen zum Erbe betreffen den Nachweis einer Abstammung. Ein System, das beim Kontakt zu Halbgeschwistern hilft, wäre damit noch kein geregeltes Verfahren für einen Nachlass.

Was mehr als 100 biologische Kinder füreinander bedeuten könnten

Wenn Durovs Angaben zutreffen, gäbe es einen großen Kreis von Menschen mit demselben biologischen Vater. Manche könnten neugierig aufeinander sein. Andere hätten bereits eine klare Familiengeschichte und wollten keinen zusätzlichen Kontakt. Beides wäre nachvollziehbar. Gemeinsame DNA erzeugt weder automatisch Nähe noch eine einheitliche Vorstellung davon, was Familie bedeutet.

Die Zahl von zwölf Ländern wirft außerdem praktische Fragen auf: Welche Sprachen werden gesprochen, welche Informationen liegen wo vor, und wie ließen sich Auskünfte über lange Zeit aktuell halten? Eine Suche könnte nicht nur den Spender betreffen, sondern auch Halbgeschwister in anderen Ländern und Familien mit sehr unterschiedlichen Erwartungen.

Deshalb reicht die öffentlich bekannte Identität allein nicht aus. Hilfreich wäre ein Verfahren, das Informationen prüft, Privatsphäre schützt und Kontakt nur mit Zustimmung ermöglicht. Ob ein solches Verfahren für Durovs Spenden tatsächlich existiert, geht aus den hier ausgewerteten Quellen nicht hervor. Diese offene Frage betrifft den späteren Alltag der Kinder stärker als viele der Schlagzeilen über sein Vermögen.

Was aus seinen Aussagen offenbleibt

Öffentliche Bekanntheit macht einen Spender erkennbar. Sie macht den Ablauf seiner Spenden noch nicht transparent. Gerade im Fall Durov bleiben hinter den großen Aussagen wesentliche Fragen unbeantwortet:

  • Wie wurden die genannten Geburten erfasst, und wie aktuell ist die Zahl?
  • Welche Informationen erhielten die jeweiligen Familien über den Spender und mögliche Halbgeschwister?
  • Wie würden neue medizinische Informationen später an alle betroffenen Familien gelangen?
  • Wie könnten Kinder ihre Abstammung belegen und Auskunft erhalten, ohne sich öffentlich zu exponieren?

Diese Angaben wären nötig, um die Situation der betroffenen Familien einordnen zu können. Interviews und Angebotsseite beantworten sie nur teilweise. Gerade diese Lücke zwischen öffentlichem Auftritt und privater Dokumentation prägt den Fall Durov.

Was Familien aus dem Fall mitnehmen können

Der Fall zeigt, wie wenig ein berühmter Name über die Qualität einer Spendenvereinbarung aussagt. Wenn du eine Samenspende erwägst, zählen überprüfbare Unterlagen zur Identität und medizinischen Abklärung, klare Aussagen zur Zahl der Familien sowie ein verlässlicher Weg für spätere Auskünfte mehr als das öffentliche Image.

Ebenso wichtig ist, die Perspektive des Kindes früh mitzudenken. Eine Herkunftsgeschichte sollte sich nicht erst aus Schlagzeilen zusammensetzen müssen. Wie Eltern altersgerecht darüber sprechen können, erklärt der Artikel Wie erkläre ich meinem Kind Samenspende?

Pavel Durov hat mit seinen Aussagen viel Aufmerksamkeit auf Samenspende gelenkt. Für die Familien bleibt jedoch etwas Persönlicheres entscheidend: verlässliche Informationen über die eigene Herkunft und die Freiheit, selbst zu bestimmen, welchen Platz diese Geschichte im eigenen Leben einnimmt.

Mehr zu Herkunftssuche, Offenheit und Gesprächen in der Familie.

Häufige Fragen zu Pavel Durovs Samenspenden

Hat Pavel Durov wirklich mehr als 100 Kinder?Das sagt er selbst. Eine unabhängig bestätigte Gesamtzahl ist in den hier ausgewerteten Quellen nicht dokumentiert. Im Gespräch mit Lex Fridman erklärte Durov ausdrücklich, die genaue Zahl seiner biologischen Kinder nicht zu kennen.
Sind alle diese Kinder durch Samenspende entstanden?Nein. Durov unterschied im Le-Point-Interview zwischen sechs Kindern mit drei Partnerinnen und mehr als 100 weiteren Kindern durch Samenspende. Beide Angaben geben seine Darstellung wieder.
Zieht Pavel Durov alle diese Kinder selbst auf?Das sagt er nicht. Bei Lex Fridman sprach er auch von biologischen Kindern, die er nie gesehen habe. Die hohe Kinderzahl bezieht sich auf genetische Verwandtschaft, nicht auf einen gemeinsamen Familienalltag.
Spendet Pavel Durov noch immer Sperma?2024 schrieb er, seine aktive Spendentätigkeit liege bereits Jahre zurück. Damals sei noch eingefrorenes Sperma verfügbar gewesen. Das beworbene IVF-Angebot belegt keine neue Spende.
Was hat er seinen Kindern zum Erbe versprochen?Durov kündigte an, Kinder aus Beziehungen und aus Samenspenden gleich zu behandeln. Das ist eine öffentliche Absichtserklärung; die verlinkten Quellen legen keinen vollständigen Testamentstext vor.
Sollen seine Kinder das Erbe mit 30 Jahren erhalten?Im Le-Point-Interview vom Juni 2025 sprach er von einer Frist von 30 Jahren ab dem Gespräch. Das ist etwas anderes als der 30. Geburtstag jedes Kindes. Wie diese Regelung tatsächlich ausgestaltet ist, bleibt öffentlich offen.
Warum sollen seine Kinder so lange auf das Erbe warten?Durov möchte nach eigener Darstellung, dass sie unabhängig von seinem Vermögen werden und sich selbst etwas aufbauen. Im Podcast begründete er die Wartezeit damit, dass zu großer Reichtum den eigenen Antrieb schwächen könne. Das ist seine persönliche Überzeugung.
Gibt es wirklich ein kostenloses IVF-Angebot mit seinem Sperma?Die Klinik AltraVita bewirbt ein entsprechendes Angebot und nennt Durov als Finanzierer. Sie setzt unter anderem eine ärztlich festgestellte Eignung und ein Höchstalter von 37 Jahren voraus. Eine Werbeseite bestätigt weder die Aufnahme im Einzelfall noch bereits erzielte Behandlungsergebnisse.
Warum können noch Kinder entstehen, wenn er nicht mehr spendet?Eingefrorenes Sperma kann für spätere Behandlungen aufbewahrt werden. Ein neues Klinikangebot ist deshalb kein Beleg für eine neue Spende. Wann Durov Proben abgegeben hat, wie viele Behandlungen damit stattfanden und wie viele Kinder geboren wurden, sind unterschiedliche Fragen.
Sind die mehr als 100 Kinder das Ergebnis des kostenlosen IVF-Programms?Das ist nicht belegt. Durov berichtete 2024 über Kinder aus seinen früheren Samenspenden. Das später namentlich beworbene IVF-Angebot veröffentlicht keine entsprechende, überprüfbare Geburtenbilanz. Allgemeine Erfolgszahlen der Klinik beschreiben ebenfalls nicht dieses einzelne Programm.
Welche Erwartungen kann die Werbung mit seinem Namen wecken?Ein berühmter Name kann Erwartungen wecken, die eine Samenspende nicht erfüllen kann: etwa an Begabung, späteren Erfolg oder finanzielle Absicherung. In Durovs Fall treffen die medizinische Entscheidung für eine Behandlung und das öffentliche Image eines wohlhabenden Unternehmers besonders sichtbar aufeinander.
Würde ein Kind automatisch seine Intelligenz oder seinen Erfolg erben?Nein. Intelligenz wird von zahlreichen genetischen Faktoren und von der Umwelt mitgeprägt. Ein erfolgreicher Spender garantiert weder bestimmte Begabungen noch eine ähnliche Karriere. Auch Kinder desselben biologischen Vaters entwickeln eigene Persönlichkeiten und Lebenswege.
Wurde Durovs DNA bereits öffentlich zugänglich gemacht?Durov kündigte das 2024 an. Ob seine genetischen Daten inzwischen tatsächlich zugänglich sind und wie Kinder sie für die Herkunftssuche nutzen könnten, lässt sich anhand der verlinkten Quellen nicht verlässlich feststellen.
Ist ein Kind durch den DNA-Nachweis automatisch erbberechtigt?Eine genetische Übereinstimmung allein klärt die rechtliche Umsetzung von Durovs angekündigtem Erbplan nicht. Seine Aussagen ersetzen keine Prüfung des tatsächlichen Testaments und der Regeln, die im Einzelfall gelten.
Was bedeutet sein Fall für Kinder, die durch Samenspende entstanden sind?Er zeigt, wie öffentlich eine Herkunftsgeschichte werden kann, bevor ein Kind selbst darüber entscheidet. Zugang zu Informationen, Privatsphäre und die freie Entscheidung über Kontakte sollten deshalb gemeinsam bedacht werden.

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